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Kreisgruppe MAYEN-KOBLENZ

Gülle & Nitrat gefährden unser Trinkwasser

Zweite EuGH Klage gegen Deutschland droht mit 850.000 € Strafe pro Tag

3.8.2019
Deutschland hat zu wenig gegen die Nitratverseuchung des Grundwassers durch die Landwirtschaft getan. Die EU hat die Bundesregierung deswegen schon wieder verklagt. Deutschland verschleppt das Problem seit vielen Jahren und bekommt nun noch eine letzte Frist von nur acht Wochen eingeräumt um das Problem zu beheben. Danach droht uns vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) eine Strafe von 850000 € pro Tag. Spiegel Online berichtet: "Ende August wollen Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) nach Brüssel reisen, um zu präsentieren, wie Deutschland sein Düngerecht nachschärfen will. Im März 2020 soll der Gesetzgebungsprozess abgeschlossen sein." 

Gülle auf dem Maifeld

Mit Gülle abgedecktes Feld, März 2018 im Maifeld

10.3.2018  
Auf dem Maifeld werden jedes Jahr große Mengen Gülle verteilt. Gülle besteht aus Kot und Urin von landwirtschaftlichen Nutztieren. Je nach Herkunft und Zusammensetzung unterscheidet man verschiedene Arten von Gülle. Was ein natürlicher anfallender Dünger sein kann, kann jedoch schnell zum Problem werden. Wird zu viel oder zum falschen Zeitpunkt gegüllt, bestehen die negativen Folgen in einer Erhöhung der Nitratkonzentration im Grundwasser und einer hohen Belastung der Böden mit Fäkalkeimen, Antibiotika und anderen Medikamenten-Rückständen aus der Massentierhaltung. Relativ neu ist die Entdeckung von multiresistenten Keimen, die zusätzliche Gesundheitsrisiken bergen. Das Umweltbundesamt schreibt: "Die Landwirtschaft ist der wichtigste Verursacher hoher Nitratkonzentrationen im Grundwasser." Tagesschau.de berichtet, dass bald 38 % aller Messstellen über dem Grenzwert von 50 mg NO3 /L liegen. Die europäische Nitratrichtlinie verpflichtet Deutschland, die Grenzwert Überschreitungen zu verhindern. Gegen Deutschland wurde deshalb von Seiten der EU-Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet. Die gesundheitlichen Risiken für Mensch und Natur sind bekannt. Es besteht dringender Handlungsbedarf!

Die Belastung des Grundwassers

10.3.2018
Wer auf dem Maifeld spazieren geht, kann zur Düngesaison im Frühjahr und im Herbst auf den Feldwegen immer wieder auf braun schwarze Pfützen mit schimmernden Schlieren stoßen, die das Licht stark reflektieren, ähnlich wie man es von Öl oder Benzin im Wasser kennt. Eine davon haben wir untersucht. Ergebnis: Es ist ein typischer Schwefelwasserstofffilm, der Sauerstoffgehalt ist nahe Null, es liegt eine hohe Ammoniakbelastung und ein hoher Gehalt an Ammoniumstickstoff vor, sowie eine hohe Nitratbelastung & Phosphor/Phosphatbelastungen. Das Fazit des Gewässer-Experten Andreas Frey, der die Probe untersucht hatte: "Eine solche Pfütze kann eine Gefährdung für das Grundwassers darstellen! Sauberes Trinkwasser ist ein hohes Gut und daher muss alles getan werden die vorhandenen Quellen zu schützen. Immer mehr Quellen müssen sonst geschlossen werden. Immer mehr Grundwasservorkommen leiden unter immer steigenden Nitratwerten und viele Fließgewässer auf dem Maifeld sind mittlerweile schon ab dem Quellbereich überdüngt". 

Das Geschäft mit der Gülle

10.3.2018   
Maifelder und Eifler Bauern verteilen jedes Jahr große Mengen Gülle aus Deutschland und Importe aus den Niederlanden auf ihren Feldern. SWR Aktuell hat mehrfach berichtet. Insgesamt werden 200 Millionen Kubikmeter Gülle in Deutschland verteilt. Das entspricht einer Menge von 21 Badewannen Gülle pro Einwohner. Dass die Bevölkerung von Gülle-Verklappung spricht und dass sich im Maifeld der Begriff Gülle-Tourismus etabliert hat verwundert nicht. Gülle verteilen ist ein Geschäft, für das die Bevölkerung mit massiven Problemen leben muss. Große Tanklastschiffe, mit Gülle aus Holland, verladen unter anderem im Rheinhafen von Brohl ihre Gülle auf 40 Tonner Tanklastzüge. Die Landwirte kassieren für die Entsorgung 30 - 70 €  je Tonne. Das Rohwasser für die Trinkwasserversorgung ist im Maifeld seit Jahren derart stark mit Nitrat belastet, dass es mit nitratärmerem Wasser aus anderen Regionen verschnitten werden muss. Das kostet viel Geld, für das alle Verbraucher über die Wasserpreise aufkommen müssen. Nur durch das Verschneiden des Rohwassers kann die Bevölkerung mit Trinkwasser versorgt werden das knapp unterhalb des EU Grenzwertes von 50 mg NO/L  gehalten wird. Dabei ist Wasser mit knapp 50 mg Nitrat für Säuglinge und Kleinkinder nicht zu empfehlen.

Die Gülle-Gase

8.3.2018   
Das Hauptproblem der Gülleausbringung ist die Bildung von lungengängigen Aerosolen im direkten Umfeld der Spritzwagen, weil damit Fäkalbakterien und andere Krankheitskeime direkt in die Lunge geraten können. In der Gülle werden aber auch Gase gebildet, die in großen Mengen nicht ganz ungefährlich sind. Diese Gülle-Gase sind: Schwefelwasserstoff (H2S), Methan (CH4), Kohlendioxid (CO2) und Ammoniak (NH3). Wenn man Gülle aufrührt oder verteilt entweicht das Schwefelwasserstoff (H2S). Es ist schwerer als Luft und bleibt somit immer in Bodennähe. Es lähmt die Riechnerven und wird dadurch für den Betroffenen nicht mehr riechbar! Das Methan (CH4) Gas ist ein explosives, sehr leichtes und flüchtiges Gas, das als Stoffwechselprodukt von Bakterien in der Gülle hergestellt wird. In der Atmosphäre hat es klimaschädigende Eigenschaften. Ein weiteres Gülle-Gas ist das Kohlendioxid (CO2), das als permanente Stoffwechselausscheidung von Bakterien in der Gülle entsteht. Es wirkt in großen Mengen lähmend und erstickend auf das Atemzentrum des Menschen. Auch COist schwerer als Luft. Wenn jemand eine Kohlendioxidvergiftung hat, muß er beatmet werden. Das Ammoniak (NH3) ist ein stark reizendes Gülle-Gas, das die Schleimhäute von Nase, Augen und Atemwegen schädigen kann. Sein beißender Geruch kann an faule Eier erinnern. In höherer Konzentration lähmt es genau wie Schwefelwasserstoff die Riechnerven. Der angesehene Biologe Andreas Segerer, der seit 1998 als Schmetterlingskundler an der Zoologischen Staatssammlung München beschäftigt ist erklärt, dass bis zu 67% des ausgebrachten Güllestickstoffes wieder über die Luft entweicht. Weitere Informationen: Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau 

Magen-Darm Erkrankungen in der Güllesaison

8.3.2018   
Immer wieder kann man den Verdacht hören, dass während der Zeit in der Gülle auf den Feldern verteilt wird, auch die Zahl der Magen-Darm Erkrankungen ansteigt. Der Eifler Landarzt Dr. Dieter Hodecker bezieht dazu öffentlich Stellung. Der Arzt erklärt den Zusammenhang der Aerosolwirkung -ein Gemisch aus festen oder flüssigen Schwebeteilchen- mit einem Gas. So gelangen die gefährlichen pathogenen Keime in die Atemluft. Wer Gülle zusätzlich mit dem Prallteller verteilt, verstärkt diesen Effekt sogar noch. Durchfall und Erbrechen sind die Folge. Im ungünstigsten Fall können Kleinkinder, alte und kranke Menschen schwere Gesundheitsschäden davon tragen. Weitere Infos im Kölner Stadt-Anzeiger

Antibiotika Rückstände aus der Massentierhaltung belasten Gülle

26.3.2018   
Antibiotika Rückstände aus der Massentierhaltung werden durch Gülle in unsere Böden und Gewässer eingebracht. 742 Tonnen Antibiotika werden jährlich von der Pharmaindustrie an Tierärzte verkauft (Stand September 2017, BVL). Der BUND fordert den massiven Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung zu reduzieren weil er eine Hauptursache für das Auftreten multiresistenter Erreger in Böden und Gewässern ist. Auch Reserveantibiotika sind davon betroffen. Nach Aussage von Frau Kornelia Smalla vom Julius Kühn-Institut in Braunschweig werden: "Bis zu 90 Prozent der verabreichten Antibiotika von den Tieren wieder ausgeschieden". Nach Aussagen des Bundesinstitut für Risikobewertung ist derzeit noch relativ unklar, wie massiv der Einfluss, der durch Gülle verteilten Antibiotika, auf Probleme mit antibiotikaresistenten Keimen beim Menschen ist. Die Zusammenhänge müssen daher dringend detaillierter untersucht werden.

WDR berichtete schon 2012 über Antibiotika und multiresistente Keime

Multiresistente Keime (MRSA, MRGN, ESBL) in Gülle nachgewiesen

26.3.2018
Deutschlands Ärzte sind über den Nachweis von multiresistenten (antibiotikaresistenten) Keimen in vielen Gülleproben besorgt. Es besteht dringender Handlungsbedarf! Greenpeace hat in Deutschland Gülleproben untersucht. In den Bundesländern Niedersachsen, Thüringen, Brandenburg, Bayern, Sachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt wurden 19 Proben entnommen. Davon enthielten 13 Proben multiresistente Keime. Das belegen von Greenpeace beauftragte Laboranalysen. Die Erreger können beim Ausbringen von Gülle im großen Stil in der Umwelt verteilt werden. Die Keime können von Tieren zu Menschen und umgekehrt übertragen werden. Nach Recherchen des NDR führen Infektionen durch multiresistente Bakterien in der Europäischen Union jedes Jahr zu etwa 25.000 Todesfällen. Zu den multiresistenten Keimen gehören viele Darmbakterien. Schweinegülle wird im Bezug auf das Vorhandensein multiresistenter Keime am problematischsten eingestuft. 

Das Nitratproblem wird immer schlimmer

Stark gegülltes Feld zwischen Kerben und Kaan. Mai 2017

10.3.2018   
Experten sind sich einig, dass unsere Nitratprobleme unaufhaltsam schlimmer werden. Denn die Ankunft des Nitrates im Grundwasser zeigt sich zeitverzögert. Je nach Bodenbeschaffenheit und Brunnentiefe kann es Jahre dauern, bis das Nitrat von heute im Rohwasser landet. Das Nitrat welches wir heute messen, ist mancherorts schon vor vielen Jahren als Dünger oder Gülle auf die Felder ausgebracht worden. Deshalb haben wir es im Maifeld mit einer "tickenden Zeitbombe" zu tun. Selbst wenn wir heute den Einsatz von Gülle verbieten und den übertriebenen Gebrauch von Dünger einschränken wird es Jahrzehnte dauern, bis sich das Grundwasser erholt. In einem Punkt müssen wir den Gegenargumenten der Bauern, die den Nährstoffbedarf ihrer Pflanzen vorbringen, ganz klar widersprechen: Die Nährstoffe, die in unserem Wasser ankommen sind nicht so ausgebracht worden, dass sie von Pflanzen aufgenommen werden konnten!

Der Wasseranalysen Experte Andreas Frey sagt: "Mittlerweile wird es wirklich eng mit der Trinkwasserversorgung im Maifeld. Die ergiebigen Quellen auf dem Geisnach in Polch liegen im Schnitt bei 70 mg/l NO³ und der Hausbrunnen der Korbsmühle bei Ochtendung wies in den schlechtesten Zeiten sogar bis zu 130 mg/l auf. Unser Wasser in Ochtendung stammt aus Kruft, da unsere eigenen Quellen beim Bau der A-61 abgeschnitten wurden und die restlichen Quellen unbrauchbar sind haben wir ein echtes Problem. Die Böden sind in einem solchem Maße mit Nitraten, Phosphaten und Ammoniumstickstoff übersättigt, dass man Schätzungen zufolge 15 Jahre lang ohne jegliche weitere Düngung beste Erträge erzielen könnte. Wenn jetzt nicht mit drastischen Maßnahmen gehandelt wird, können wir uns in Zukunft nur noch über Mineralwasser versorgen, wenn nicht auch dieses kontaminiert wird."

Nitrat - Nitrit - Nitrosamine = Krebsgefahr

1.3.2018   
Nitrat kann durch bakterielle und enzymatische Prozesse zu Nitrit umgewandelt werden. Aus Nitrit wiederum entstehen die gefährlichen Nitrosamine. Diese sind in Tierversuchen eindeutig als Krebs erregend nachgewiesen worden. Das Deutsche Krebsforschungszentrum informiert über die Krebsgefahr von Nitrosaminen. Das giftige Nitrit kann den roten Blutfarbstoff Hämoglobin in Methämoglobin umwandeln, wodurch die Sauerstoffaufnahme behindert wird. Für Säuglinge bis zum 6. Monat kann das schnell lebensbedrohlich sein. Folge ist die sogenannte Zyanose oder Blausucht. Das Nitrit blockiert den Sauerstofftransport mit dem Hämoglobin, dem roten Blutfarbstoff. Die Folge ist akute Erstickungsgefahr. Weitere Infos über die Gefahren durch Nitrat im Trinkwasser unter www.wassertest-online.de 

Wie man Gülle richtig ausbringt

Gülle bei Lasserg in großen Mengen ausgebracht und ungleichmäßige Verteilt, bei Frost auf einer Ackerfläche ohne jegliche Kulturpflanzen, entgegen der Vorschrift auch nach 24 Stunden noch nicht eingearbeitet. Foto: 19.3.2018

21.3.2018   
In der richtigen Dosierung können Kulturen durch Gülle mit wichtigen Nährstoffen versorgt werden. Aber genau hier liegt eines der Hauptprobleme. Gemäß geltenden rechtlichen Regelungen (Düngegesetz und zugehörige Verordnungen) haben Bauern bei der Anwendung von Gülle vieles zu beachten. So ist der Düngebedarf zunächst genau zu ermitteln. Die Menge muss dann so dosiert werden, dass die Nährstoffe vollständig von den Pflanzenwurzeln aufgenommen werden kann. Es gibt gesetzliche Obergrenzen für die eingebrachte Menge an Nährstoffen. Zum Beispiel beim Stickstoff maximal 170 kg/ha und Jahr von organischen Düngern wie zum Beispiel Gülle. Außerdem sollte Gülle zu einem Zeitpunkt verteilt werden, an dem nicht zu erwarten ist, dass die Gülle durch große Regenmengen direkt ins Grundwasser ausgewaschen wird. Nach der Düngeverordnung ist die Gülle auf einem unbestellten Acker innerhalb von 4 Stunden nach der Ausbringung einzuarbeiten. Gülle darf nur ausgebracht werden, wenn der Boden aufnahmefähig, also nicht zu nass oder gefroren ist.

Die gängige Praxis sieht auf dem Maifeld - wie unsere Fotos belegen - zuweilen leider anders aus. Alles was zu viel ist und nicht von den Pflanzen aufgenommen werden kann schadet unserer Umwelt, weil es in das Grundwasser und damit auch in das Rohwasser, dass für unser Trinkwassergewinnung verwendet wird, gelangt. Auch Medikamentenrückstände oder Krankheitskeime, die sich in der Gülle befinden können, werden in unser Wasser ausgewaschen. Deshalb ist die genaue Ermittlung der Inhaltsstoffe der Gülle vor dem Ausbringen ebenfalls sehr wichtig.

Folgen zunehmender Industrialisierung der Landwirtschaft

27.2.2019
Welche Auswirkungen die konventionelle deutsche Landwirtschaft auf die Umwelt hat ist längst ausreichend belegt. Auch das ZDF hat in seiner Reihe "Wissen - Terra Xpress" einen sehr interessanten Beitrag dazu gesendet. Der komplette  30 minütige Film ist unter diesem Link auf der Seite https://www.zdf.de/wissen zu finden. Deutschland ist drittgrößter Agrarexporteur der Welt mit deutlichen Folgen für unsere Umwelt. "Die zunehmende Industrialisierung der Landwirtschaft stößt an ihre Grenzen. Mit fatalen Folgen für Böden, Luft, Gewässer und Artenvielfalt."  Eine deutliche Agrarwende ist längst überfällig. Nachhaltigkeit und Tierwohl müssen zum Standard werden. Wenn wir nicht gegensteuern und handeln zerstören wir noch mehr lebendige Natur ohne die wir Menschen nicht leben können. 

1400 Organisationen mit 12 Millionen Mitgliedern fordern Gülleverschmutzung stoppen

28.2.2018
Am 27. Februar 2018 wurde die Petition „Gülleverschmutzung stoppen – unser Trinkwasser schützen“ an Bundesministerin Barbara Hendricks übergeben. Diese Initiative ist ein breiter Zusammenschluss von über 1400 Organisationen und Unternehmen, darunter befinden sich viele namhafte Umweltorganisationen und Wasserverbände. Zu den Unterstützern der Petition gehören unter anderem BUND, NABU, Deutsche UmwelthilfeDeutscher Naturschutzring, Aktion Agrar, Netzwerk Ökologischer Bewegungen, DVGW, Gewerkschaft Verdi, Germanwatch und Greenpeace.  Insgesamt stehen 12 Millionen Menschen hinter der Initiative. Sie fordern wirksame Maßnahmen zum Schutz der Trinkwasserressourcen vor der Nitratbelastung. Die Petition richtet sich an die Europäische Kommission und die Bundesregierung mit dem Ziel das Düngerecht zu verschärfen. Weitere Informationen, Videos und Petitions-Vorlagen unter: guelleverschmutzung-stoppen.de. Die konkreten Forderungen der Petition sind:

  1. Sofortiger Dünge-Stopp in belasteten Gebieten, wenn der Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter im Grundwasser überschritten wird!
  2. Verpflichtende Stoffstrombilanzen ab 2018 für alle Agrarbetriebe!
  3. Gülle-Tourismus eindämmen: Gülle-Transporte bundesweit überwachen und in nitratgefährdeten Gebieten Gülle-Importe stoppen!
  4. Agrarwende: Die Milliarden-Subventionen für die großindustrielle Agrarwirtschaft müssen sofort zugunsten einer gewässer- und umweltverträglichen Bewirtschaftung der Flächen umgeschichtet werden!

Gülle Sperrfrist und Sicherheitsabstand

Gegüllte Landstrasse zwischen Kerben und Kaan. Mai 2017

2.3.2018   
Die winterliche Sperrfrist verbietet die Gülleausbringung vom 1. November bis zum 31. Januar. Wenn nach der Sperrfrist Gülle ausgebracht werden soll, dann dürfen die Flächen nicht wassergesättigt, überschwemmt, schneebedeckt oder gefroren sein. Auf Flächen neben Oberflächengewässern darf die Ausbringung nur unter Einhaltung des nach Düngeverordnung vorgeschriebenen Sicherheitsabstandes von 5 m erfolgen. Bei Breitverteilung müssen mindestens 4 m Düngungsabstand zur Böschungsoberkante eingehalten werden. Beträgt die Hangneigung innerhalb eines Abstandes von 20 Metern zur Böschungsoberkante mehr als 10 %, ist ebenfalls ein Mindestabstand von fünf Metern einzuhalten. Gülle darf nicht auf Feldwegen oder Straßen ausgebracht werden. Weitere Details in der neuen Düngeverordnung, die am 2. Juni 2017 in Kraft getreten ist auf der Seite wasserschutzberatung.rlp.de und im Merkblatt Gülleverteiler.

Gülle-, Jauche- und Silage-Havarien

2.3.2018    
Laut Statistischem Bundesamt sind im Jahr 2016 insgesamt 2.721 Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen beim Transport sowie in Anlagen zum Lagern, Abfüllen und Umschlagen aufgetreten. Das sind 121 mehr als im Vorjahr. Dabei sind etwa 7,5 Millionen Liter wassergefährdende Stoffe wie Gülle, Jauche und Silagesickersaft unkontrolliert in die Umwelt ausgebracht worden. Hauptursache für die Unfallhäufigkeit sei die hohe Zahl von Gülletransporten im Inland sowie von Gülleimporten, sagte die BUND-Agrarexpertin Katrin Wenz. Um die Problematik auf zu decken hat der BUND deshalb eine "BUND Chronik der Güllehavarien"  veröffentlicht.

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