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Kreisgruppe MAYEN-KOBLENZ

Blühendes Maifeld ❁ A Place to Bee

Blühstreifen, Blühflächen & bienenfreundliche Landschaften schaffen

Europäische (Westliche) Honigbiene, Apis mellifera, 2.4.2018 im Maifeld, Foto: Gavin Grosvenor

23.3.2018
Die biologische Vielfalt ist in Deutschland enorm stark zurückgegangen. Allein die Bienen bestäuben 80% unserer Kultur- & Wildpflanzen. Der wirtschaftliche Wert dieser Bestäubungsleistung wird in Europa auf 65 Milliarden Euro jährlich geschätzt. Siehe dazu auch Thema Artensterben. Es gibt weltweit nur 12 klassische Honigbienenarten, die in Staaten leben. Die wichtigste davon ist Apis mellifera, die Europäische Honigbiene. Im Gegensatz dazu leben die 600 verschiedenen Wildbienenarten solitär. Davon sind aber jetzt schon ein Drittel nicht mehr auffindbar. Wenn wir unsere Bienen verlieren, haben wir mehr Schaden angerichtet als wir uns vorstellen können. Das bundesweite Artensterben betrifft Hunderte von Tier- und Pflanzenarten. Es hat längst irreversible Ausmaße erreicht. Betroffen sind die Vielfalt innerhalb der Arten, die Vielfalt zwischen den Arten und die Vielfalt unserer Ökosysteme. Bereits im Jahre 1993 hat das Ministerium für Umwelt die Planung vernetzter Biotopsysteme im Bereich Landkreis Mayen-Koblenz empfohlen! Die  Empfehlungen wurden von der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz e.V.,  Landesamt für Umweltschutz und Gewerbeaufsicht und der Faunistisch-Ökologischen Arbeitsgemeinschaft, in dieser hier verlinkten: 285 Seiten umfassenden Untersuchung sehr detailliert dargelegt.

Der BUND strebt eine Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde Maifeld und motivierten Landwirten an. Wir möchten Projekte, in denen "Blühstreifen, Blühflächen & bienenfreundliche Landschaften" innerhalb der intensiv genutzten Agrarlandschaft des Maifeldes geschaffen werden, anregen und unterstützen. Das hätte vielerlei Vorteile für alle Seiten.

Buntes Wiesen Leben: Schachbrett Falter (Melanargia galathea), Kleiner Fuchs (Aglais urticae), Steinhummel (Bombus lapidarius) und Europäische (Westliche) Honigbiene (Apis mellifera) auf der beliebten Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea) am 15.6.2018 im Maifeld. Foto: Gavin Grosvenor

✿  Wir wollen die Aussaat von Wildblumenflächen zur Vermehrung blütenbestäubender Insekten fördern.
✿  Blühflächen für die Biotopvernetzung und den genetischen Austausch schaffen. 
✿  Zusätzlichen Lebensraum und Nahrungsangebote für Schmetterlinge, Insekten, Vögel und viele andere wildlebende Tiere erhöhen. 
✿  Kleine und größere Rückzugs- und Nistmöglichkeiten entstehen lassen. 
✿  Das Landschaftsbild beleben und aufwerten.
✿  Die Attraktivität und den Erholungswert für die Bevölkerung und den Tourismus steigern.
✿  Natürliche Ressourcen wie Boden, Wasser und Luft schonen.
✿  Die Artenvielfalt im Maifeld nachhaltig fördern.

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Wildblumenwiese in bei Münstermaifeld 6.6.2018, Foto: Gavin Grosvenor

In Rheinland-Pfalz ist die finanzielle Förderung von Blühflächen im Rahmen des Programm Agrar-Umwelt-Landschaft PAULa "Saum- und Bandstrukturen im Ackerbau" möglich. Dabei können Landwirte ein- oder mehrjährige Blühstreifen über den Vertragszeitraum von 5 Jahren auf maximal 10 % ihrer Ackerflächen einsähen.

Die Rheinland-Pfälzische Aktion Grün verspricht dagegen, mit etwas weniger bürokratischem Aufwand, die Möglichkeit der Förderung für Landwirte. Die Kernziele der Aktion Grün sind: Lebensräume erhalten und verbinden, Artensterben stoppen! Dazu zählen die Projekte: Rheinland-Pfalz blüht, Artenreiches Grünland, Natur verbinden, Artenreich vielfältig bunt, Biodiversitätsstrategie, Partner und Finanzen, Natur erleben, Aktion Grün schmeckt, Natur verstehen, Moorschutzprogramm.  

Für Landwirte gibt es auch die Möglichkeiten der finanziellen Förderung aus EU-Mitteln über das GREENING Programm. Wenn Landwirte EU-Direktzahlungen beantragen, müssen sie im Rahmen des Greening die drei grundsätzlichen Vorgaben erfüllen. Diese sind der Erhalt von Dauergrünland, die Bereitstellung von mindestens 5 % Ökologischer Vorrangflächen (ÖVF) auf der Ackerfläche sowie die Fruchtartendiversifizierung.

Biotopvernetzung & Artenkorridore

Hauhechel-Bläuling, Polyommatus icarus, 2.6.2017 im Maifeld, Schutzstatus: BNatSchG §7EG-VO 338/97: besonders geschützt! Foto: G. Grosvenor

23.3.2018 
Die Wichtigkeit der Biotopvernetzung und die Schaffung von Artenkorridoren sind schon seit Jahrzehnten bekannt. Dennoch wurde viel zu wenig gehandelt. Erst der überdeutliche, dramatische Rückgang, über den der BUND und die Presse bundesweit zum Thema Artensterben informierte, hat eine breitere Öffentlichkeit für das Thema sensibilisiert. 

Die weltweit wichtigste Ursache für den Verlust unserer biologischen Vielfalt stellt die Fragmentierung der Lebensräume dar. Deutschland gehört zu den am stärksten zersiedelten Ländern weltweit, in dem es seit dem 17. Jahrhundert enorm große Artenverluste gab. Wichtige markante Säugetiere wie Luchs, Wolf, Bär, Elch, Auerochse, Wisent, Wildkatze und Wildpferd haben durch Zerschneidung und Verkleinerung ihrer Lebensräume wesentliche artspezifische Lebensgrundlagen verloren. Die Intensivierung der Landwirtschaft hat die verbliebenen Lebensräume für die kleineren Tiere und Insekten weiter dezimiert. Flurbereinigungsmaßnahmen,  Bach- und Fluss-Begradigungen und der hohe Flächenverbrauch für menschliche Siedlungen und Industrie, sowie Straßenbau, haben die Lebensräume vieler Arten zurück gedrängt. Bis zu 90 % Flächenverlust verzeichnen die Lebensräume Moor, Auen, Extensivgrünland und Magerstandorte. Wirtschaftsweisen wie Monokulturen, Pestizid-, Fungizid-, Herbizideinsatz und hohe Düngergaben haben nochmals weitere Lebensgrundlagen unserer Arten zerstört. Weitere Details unter www.bfn.de 

Rundblättrige Glockenblume, Campanula rotundifolia und Rotklee, Trifolium pratensein bei Münstermaifeld. Foto: Gavin Grosvenor 6.6.2018

Unser stark dezimierender Einfluss auf die Artenvielfalt, verdeutlicht die Wichtigkeit der Zurückgewinnung, der Erhaltung und Schaffung neuer Habitate, neuer Korridore und sogenannter Trittsteinbiotope. Artenkorridore können als Verbindungselemente zwischen Kerngebieten fungieren. Sie werden vor allem als Naturschutzmaßnahme für Vögel und Wildtiere angesehen. Im Grunde zählt mittlerweile jeder einzelne Quadratmeter Natur in den der Mensch nicht eingreift. Wir von Seiten des BUND hoffen, dass unsere Aktionen einen Beitrag dazu leisten die negative Entwicklung und das Artensterben aufzuhalten. Unser Wunsch wäre es, die Entwicklung zum positiven umzukehren. Denn der Artenreichtum sichert auch unser Überleben. Aber machen wir uns nichts vor, es ist ein weiter Weg und es müssen gemeinsam viele Hindernisse überwunden werden. Deshalb sind auch kleine Projekte begrüßenswert und willkommen. 

Make Maifeld ❁ A Place to Bee ❁

Wir alle sind jetzt aufgefordert für eine Zukunft mit unseren Bienen einzustehen und uns mit ganzer Kraft für ihr Überleben einzusetzen. Denn es hängt nicht weniger davon ab als unser eigenes Überleben in einer artenreichen Umwelt. Ohne die Bienen werden unsere Ökosysteme, so wie wir sie heute kennen, kollabieren. In Deutschland sind 197 Wildbienenarten gefährdet und 31 Arten sogar vom Aus­sterben bedroht. Wir bitten aller Bürgerinnen und Bürger unseres Landes: Helft mit, dass sich Bienen in Deutschland wieder wohl fühlen! ♥ ❀ ✿ ❁ ♥ 

Nicht nur Landwirte, sondern auch Kleingärtner und letztendlich jeder Einzelne von uns ist mit all seinem Tun und Handeln mit verantwortlich. Der BUND hat eine Petition an die Landwirtschaftsministerin Klöckner, und an die Umweltministerin Schulze mit einem konkreten Bienenrettungs-Aktionsplan verfasst. Die Petition, bei der jeder unterschreiben kann, ist unter dem folgenden Link erreichbar https://aktion.bund.net/a-place-to-bee . Jeder der mitmacht und die Petition weiterleitet hilft aktiv mit, DANKE :-)  

Projekt: Erholungsinseln für Insekten unter Strommasten schaffen

Verbandsbürgermeister Maximilian Mumm, Annette Lehnigk-Emden Vorsitzende BUND MYK, Dr. Andreas Preuß Pressesprecher Amprion, Dipl.-Ing. Gavin Grosvenor Stellvertretender Vorsitzender BUND, bei der Besichtigung der Strommastflächen und Lagebesprechung am 9.5.2018 zwischen Münstermaifeld und Naunheim.

14.5.2018
Auf dem Maifeld gibt es auf der Stecke von Lonnig bis Pillig 37 große Strommasten für Überlandleitungen, die je eine Fläche von 12 x 12 m (144 qm) einnehmen. Mit den nötigen Sicherheitsabständen von ca. 0,5 m rund um die Strommasten steht somit eine quadratische Fläche von ca. 156 qm pro Strommast zu Verfügung. Diese Fläche kann von den Landwirten nicht regulär genutzt werden. Stattdessen erhalten sie Ausgleichszahlungen vom Übertragungsnetzbetreiber. In der Summe geht es um eine potentielle Wildblumenfläche von 37 x 156 qm = 5770 qm  ≈ 0,6ha. 

In Zusammenarbeit mit Verbandsbürgermeister Maximilian Mumm, Helmut Führ (VG Maifeld) und dem BUND, vertreten durch Justiziarin Annette Lehnigk-Emden und Dipl.-Ing. Gavin Grosvenor, wurde am 22.3.2018 die Idee von Matthias Hörsch begrüßt, alle Flächen unter den Strommasten von Überlandleitungen im Maifeld mit mehrjährigen Wildblumenmischungen einzusähen. Herr Hörsch ist selbst Landwirt und Mitarbeiter der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, zuständig für Fragen der Raumordnung und des Naturschutzes in Koblenz. Für den BUND sind auch kleine Maßnahmen wichtig, die für blütenbestäubende Insekten, Schmetterlinge, Vögel und andere Wildtiere Erholungsinseln schaffen. Zudem lockern sie noch das Landschaftsbild auf. Die Flächen sollen nur etwa alle 4 Jahre gemäht werden, um die sich ansiedelnden Arten möglichst wenig in ihrer Entwicklung zu stören.  

Die Schaffung von kleinen Rückzugsorten und Arteninseln hilft, als sogenannte Trittsteinbiotope, die auch im Maifeld wichtige Biotopvernetzung herzustellen. Trittsteinbiotope sind kleine Habitatinseln, welche zwischen den zu verbindenden größeren Habitaten liegen. Aufgrund ihrer relativ kleinen Fläche reichen sie zwar nicht für das langfristige Überleben einzelner Arten aus, sie können aber den Austausch zwischen deutlich größeren Habitatflächen fördern. Ideal ist es, wenn zu vernetzende Habitate nicht mehr als 500 m von einander entfernt liegen. Der Abstand der Strommastflächen zueinander beträgt 250 - 350 m und hat somit die ideale Nähe um als Trittsteinbiotop für viele Arten im Maifeld dienlich zu sein. Unter Zustimmung der für das Übertragungsnetz verantwortlichen Firma Amprion wurde das Projekt von allen Seite befürwortet. Wir hoffen, dass dieses kleine Projekt weitere Nachahmer in benachbarten Verbandsgemeinden findet, denn jeder Quadratmeter für den Artenschutz zählt. 

Blühende Feldrandstreifen als Ausgleich für Monokulturen

Ein viel zu seltener Anblick. Klatschmon (Papaver rhoeas) und andere Wildblumen im Maifeld 2017, Foto: G. Grosvenor

23.3.2018 
Der BUND und seine Mitglieder möchten Landwirte motivieren, blühende Feldrandstreifen als wichtige Flächen für blütenbestäubende Insekten anzulegen. Die großen Agrarflächen sind meist nur mit Mono-Kulturen eingesät. Viele dieser Kulturen, wie Weizen, Zuckerrüben und Mais bieten blütenbestäubenden Insekten wenig Nahrungsquellen. Deutlich attraktiver für Insekten sind dagegen die großen Rapsfelder, die jedoch nur ein zeitlich sehr begrenztes Nahrungsangebot bieten. Wovon sollen Insekten, Wildbienen & Co aber nach der Rapsblüte leben? Wovon sollen viele Vogelarten ihre Jungvögel ernähren wenn die Insekten fehlen? Lebendige Feldrandstreifen können einen wichtigen Beitrag leisten ihr Überleben zu sichern, sofern sie nicht mit Herbiziden & Pestiziden und den gefährlichen Neonikotinoiden behandelt werden. Außerdem können diese Feldrandstreifen als Artenkorridore dienen und dadurch die wichtige genetische Durchmischung des Erbgutes unterstützen. Denn wenn sich eine Population zu lange auf einer einzelnen "Arteninsel" vermehrt, degeneriert ihr Erbgut und sie wird weniger anpassungsfähig und weniger krankheitsresistent. Zusätzlich wäre die Einbindung blütenreicher Fruchtfolgen durch die Landwirtschaft für die Artenerhaltung sehr begrüßenswert. 

Wie erkennt man nicht Bienengefährliche Mittel?

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