Mehr Natur- & Artenschutz für Mayen-Koblenz

Kreisgruppe Mayen-Koblenz

Mehr Natur- & Artenschutz für Mayen-Koblenz

Sevenicher Feuchtwiesen 2024 - Wasserrückhaltepotential & Artenvielfalt

Filmtipp: Impressionen aus dem Sevenicher Auenbiotop zeigen das große Wasserrückhaltepotential der Feuchtwiesen. Regenwasser wird hier auf natürliche Weise zurückgehalten und trägt zum aktiven Hochwasserschutz bei. Feuchtwiesen können pro Hektar bis zu 3.8 Millionen Liter Flutwasser aufnehmen, wie ein Schwamm aufsaugen und festhalten. Gleichzeitig begünstigt der feuchte Lebensraum eine große Artenvielfalt. Der BUND hat mittlerweile mehr als 120 geschützte Arten nachgewiesen, deren Schutzstatus auf der Roten Liste, der FFH-Liste (Fauna Flora Habitatrichtlinie), oder im Bundesnaturschutzgesetz verankert ist. Aus diesem Grungd sind die Sevenicher Feuchtwiesen in mehrfacher Hinsicht schützenswert. Der besondere Synergieeffekt hilft Menschen, Fauna und Flora. Bitte hilf mit diesen Lebensraum zu retten und unterschreibe die Petition #SaveSevenich DANKE: www.openpetition.de/!SaveSevenich

Jetzt Bebauung der Sevenicher Feuchtwiesen & Auen im Landschaftsschutzgebiet stoppen » » »  Petition  unterschreiben #SaveSevenich

 

 

Jetzt für den Erhalt der Sevenicher Feuchtwiesen & Auen spenden » » »  DEINE SPENDE FÜR DEN ERHALT DER NATUR 

Mosel-Apollofalter durch Pestizideinsatz akut vom Aussterben bedroht

1.12.2023
Leider ist die EU-Kommission kürzlich mit dem Vorstoß gescheitert,
den Einsatz von Pestiziden bis 2030 drastisch zu reduzieren. 
Vor allem die konservativen Parlamentsfraktionen hatten sich gegen das neue Gesetzesvorhaben stark gemacht: 
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/europaparlament-pestizidgesetz-100.html
In diesem Zusammenhang sind die Entwicklungen zum Aussterben ‚unseres‘ Apollofalters umso trauriger.
Gleichzeitig steht der Apollo stellvertretend für sehr viele weitere Tier und Pflanzenarten, die wenig beachtet,
ebenfalls durch unsere menschlichen Eingriffen in die Natur, bedroht und vernichtet werden. https://myk.bund-rlp.de/themen-projekte/pestizide-in-der-landwirtschaft/

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Mosel-Apollofalter durch Pestizideinsatz akut vom Aussterben bedroht

Warum ist der Mosel-Apollofalter akut vom Aussterben bedroht? Welchen Einfluss haben Pestizide, die an der Mosel sogar per Hubschrauber verspritzt werden, obwohl Hubschrauber-Spritzungen in Deutschland generell verboten sind?
Diesen Fragen geht ein Info-Video nach, das von der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen e. V. (Schmetterlingsforscher) am 30.11.23 veröffentlicht wurde: https://www.youtube.com/watch?v=FfBoNtAL56I Das Video der Schmetterlingsforscher erklärt, welche Stoffe gesprüht werden, welche Wirkungen sie auf Mensch und Tier haben können und wo jeder von uns sich detailliert darüber informieren kann.


Mosel-Apollo bedroht: Wie stark setzen Hubschrauberspritzungen dem Schmetterling zu?
so lautet der Titel der Rhein-Zeitung abgedruckt am 19. November 2023: https://www.rhein-zeitung.de/region/aus-den-lokalredaktionen/andernach-und-mayen_artikel,-moselapollo-bedroht-wie-stark-setzen-hubschrauberspritzungen-dem-schmetterling-zu-_arid,2597853.html

Mosel-Apollofalter ist Schmetterling des Jahres 2024
Seit 20 Jahren machen die BUND NRW Naturschutzstiftung und die Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen auf die Bedeutung und Bedrohung der Schmetterlingsarten aufmerksam. Nur ein Drittel der Tagfalterarten in Deutschland sind noch ungefährdet. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) warnt seit Jahren vor den Giften, die durch Hubschrauber-Spritzungen besonders weiträumig versprüht und durch Luftbewegung noch weiter verdriftet werden. Für viele empfindliche Insekten bedeuteten sie den sicheren Tod und auch für Menschen sind Pestizide nicht ohne Folgen. Aus aktuellem Anlass haben nun die BUND NRW Naturschutzstiftung und die Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen e. V. die stark bedrohte Unterart des Apollofalters, den Mosel-Apollo Parnassius apollo ssp. Vinningensis, gemeinsam zum Schmetterling des Jahres 2024 gekürt.

Majestätischer Falter durch Pestizideinsatz vom Aussterben bedroht
- so lautet die Überschrift der jüngsten Pressemitteilung des BUND RLP vom 30.11.2023:
Der streng geschützte Mosel-Apollofalter kommt ausschließlich im unteren Moseltal in Rheinland-Pfalz vor. Dort besiedelt der Schmetterling Felsen inmitten von zumeist konventionell bewirtschafteten Weinbergen. Der Mosel-Apollofalter hat sich durch geografische Isolation zu der einzigartigen Unterart entwickelt. Seit 2012 geht die Zahl der Falter massiv zurück. Charlotte Reutter, Naturschutzreferentin des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz: „Der Mosel-Apollofalter ist weltweit einzigartig. Wir sehen, dass er akut vom Aussterben bedroht ist und dürfen nicht zulassen, dass dieser große und majestätische Falter als Nebeneffekt des Pestizideinsatzes im konventionellen Weinanbau verschwindet.“
Alternativen zum Pestizideinsatz mit Hubschraubern müssen eingesetzt werden. In den Steillagen in unmittelbarer Nähe zu den Lebensräumen des Schmetterlings werden in der Zeit von Mitte Mai bis Ende Juli etwa alle zehn Tage Cocktails von 20 verschiedenen Pestiziden per Hubschrauber ausgebracht. Der Pestizideinsatz aus der Luft ist grundsätzlich verboten, da sich die Giftstoffe weit über die Zielfläche hinaus verteilen und so maximale Schäden auch an anderen Tieren und Pflanzen anrichten. Das Spritzen vom Hubschrauber wird über eine Ausnahmegenehmigung gestattet.
Reutter: „Der übermäßige Pestizideinsatz beim Weinanbau an der Mosel und insbesondere das Versprühen mit Hubschraubern in Steillagen müssen beendet werden. Nur so lässt sich an der Mosel der Verlust an Artenvielfalt in diesen wertvollen Lebensräumen stoppen.”
Der Apollofalter zählt mit einer Flügelspannweite von 65 bis 75 Millimetern zu den größten Tagfaltern in Deutschland. Seine Flügel sind weiß beschuppt. Die Hinterflügel tragen zwei rote Augenflecken mit schwarzer Umrandung und weißem Kern. Die Raupen ernähren sich von der Weißen Fetthenne. Die Falter saugen Nektar an blauvioletten Blüten wie Flockenblumen und Kartäusernelken.

Mehr Informationen. Ausführlicher Steckbrief des Mosel-Apollofalters
www.bund-rlp.de/themen/tiere-pflanzen/schmetterlinge/besondere-schmetterlinge/apollo/

Weitere ausführliche Informationen auf der Seite der BUND Naturschutzstiftung NRW
www.bund-nrw-naturschutzstiftung.de/schmetterling2024

Bundes-Bergrecht Reform JETZT - Menschenrecht vor Bergrecht

26.1.2024
Bereits seit langem setzt sich der BUND RLP für die Reform des Bergrechtes ein. Das Bergrecht betrifft uns mehr als wir denken. Es verursacht Menschenleid und Naturzerstörung. Eine neu gestartete Petition auf OpenPetition fordert:

•             MENSCHENRECHT vor BERGRECHT

Bis heute werden Menschen enteignet, Naturschutzgebiete zerstört und ganze Dörfer müssen weichen. Dem Interesse des Bergbaus, dem Abbau von Kohle und Bodenschätzen wird weiterhin Vorrang vor anderen Belangen eingeräumt - mit fatalen Folgen!

•             Die Petition richtet sich direkt an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestag.

Es werden dafür mindestens 50 000 Unterschriften benötigt. Jede Stimme ist also enorm wichtig!!!

•             Zum Unterstützen dieser Petition, einfach auf den Link klicken und unterschreiben:

HIer -> Pettition unterschreiben: menschenrecht vor bergrecht

Sabine Yacoub hatte bereits am 1.12.2021 folgenden Text veröffentlich. Seitdem ist aber nichts passiert:

„Das Bergrecht ist ein Uralt-Gesetz, das auf einem preußisches Gesetz von 1865 fußt, zur Nazi-Zeit überarbeitet wurde und seither in seinen Grundzügen gültig ist. Da die Umweltminister*innen-Konferenz in ihrer jüngsten Sitzung der Initiative des Landes gefolgt sind, hoffen wir auf baldige Verabschiedung eines modernen Gesetzes, das auch Bürger*innen- und Beteiligungsrechte zumindest im heute üblichen Umfang einschließt.“

„Gerade im Bereich der Rohstoffgewinnung wie Erdöl können Bürger*innen nur mit wenig Information rechnen und die Umweltbelastungen werden kaum geprüft“, ergänzt Yacoubs Stellvertreter Michael Carl.  „Schon ganz zu Beginn der Planungen müssen Beteiligungsrechte und Umweltvorprüfungen laufen. Ganz davon abgesehen, dass Genehmigungen für neue Erdöl- oder Erdgasbohrungen nicht mehr in die Zeit passen. Das Zeitalter der Fossilen sollte möglichst bald vorbei sein.“

Seit langer Zeit gebe es sowohl bei Umweltschützer*innen als auch bei der Gesamtbevölkerung Kritik und Unverständnis über die Sonderrechte im Bundesberggesetz. Für Verkehrsprojekte oder etwa Windkraftanlagen seien Information und Umweltprüfungen lange selbstverständlich. Warum ausgerechnet im Bereich der Bodenschätze und hier speziell in der Erkundung von Erdöl- bzw. Erdgaslagerstätten deutlich weniger informiert und geprüft werde, erschließe sich nicht.“

•             Der Film ‚Knirschendes Gold‘ veranschaulicht die Defizite des geltenden Bergrechts.

Er kommt in den nächsten Tagen in die Kinos. Hier ist der Trailer zu sehen: https://youtu.be/06Bvy7ovmRU?feature=shared

Vielen Dank für Dein Interesse und Unterstützung.

BUND Spendenaufruf für Rettung des Sevenicher Biotopverbundes

Der BUND plant juristische Unterstützung für die Rettung der Sevenicher Auen und ruft daher zu einer landesweiten Spendenaktion auf.

Pressetext der VG Maifeld aus Maifelder Nachrichten Ausgabe Nr. 25/2020, 18.Juni 2020

4.7.2023
Starkregenvorsorge, Artenschutz und Klimaschutz sind wichtige Zukunftsthemen. Dennoch plant die Stadt Münstermaifeld, allen voran die CDU Bürgermeisterin Claudia Schneider, aktuell eine Änderung des Flächennutzungsplans, die all diesen Zielen entgegensteht. So sollen die artenreichen Sevenicher Auen für die privatfinanziellen Interessen eines Einzelnen in Bauland verwandelt werden dürfen. Und das, obwohl die Verbandgemeinde Maifeld vor nur drei Jahren dieses Gebiet in ihrer eigenen Pressemitteilung als „Paradies für seltene Tiere & Pflanzen‘“ betitelte und den Artenschutz und die Starkregenvorsorge hervorhob. (Zitat aus: Pressetext der VG Maifeld aus Maifelder Nachrichten Ausgabe Nr. 25/2020, 18.Juni 2020)

Bauen im derzeitigen Außenbereich wäre unter normalen Umständen nicht möglich. Solch ein Verbot gilt aus gutem Grund. Nun soll, nach dem Willen der CDU, der Flächennutzungsplan geändert werden, damit ein einzelner Landbesitzer die wertvollen Flächen bebauen kann. Am 29.6.23 fand hierzu eine entscheidende Sitzung im Verbandsgemeinderat der VG Maifeld in Polch statt. Die Landesvorsitzende Sabine Yacoub hat den Verbandsbürgermeister persönlich gebeten, den entscheidenden Ratsmitgliedern die kritische Stellungnahme des BUND und die UN-Dekade nominierten Artennachweise zur Verfügung zu stellen, damit sich diese ein umfassendes Bild von der Situation machen können, bevor sie entscheiden. Dies war bei der vorangegangenen Tagung des Bau- und Planungsausschusses noch abgelehnt worden. Auch wurde der Bürgerinitiative das Anliegen auf Anhörung während den öffentlichen Ratssitzungen von der Verbandsgemeinde verwehrt – trotz des erreichten Quorums, den Stimmen von über 4.600 Bürger*innen und über 1200 Kommentaren. Die Themen Artenschutz, Hochwasser- und Starkregenvorsorge, die im Sevenicher Biotopverbund eine besondere Brisanz aufweisen, hat die CDU & FWG in keiner Weise interessiert.

Naturschützer*innen im ganzen Bundesgebiet sind alarmiert. „Wir verstehen es nicht“, sagt Pressesprecher Gavin Grosvenor vom BUND Rheinland-Pfalz und ergänzt: „Im Außenbereich darf ein Flächennutzungsplan nur geändert werden, wenn ein wichtiges öffentliches Interesse besteht und keine öffentlichen Belange entgegenstehen. Hier sehen wir aber nur den Vorteil für einen Einzelnen und einen immensen Nachteil für die Allgemeinheit. Denn durch die Versiegelung von wichtigen Retentionsflächen in der Aue und durch die Inanspruchnahme eines von der UN-Dekade für Biologische Vielfalt ausgezeichneten artenreichen Gebietes wird ein wichtiges Vorzeige-Biotop zerstört. Alle der 120 nachgewiesenen Arten sind entweder auf der Roten Liste, der FFH-Liste oder nach Bundesnaturschutzgesetz gesetzlich geschützt. Diese Bauleitplanung widerspricht allen modernen Erkenntnissen aus Starkregenvorsorge, Hochwasserschutz, Artenschutz und Klimaschutz."

Der BUND Landesverband will sich daher mit seinen Jurist*innen für den Erhalt des Sevenicher Biotopverbundes einsetzen. Um für alle Rechtsstreitigkeiten gewappnet zu sein, hat der Bundesverband nun ein Spendenkonto unter der folgenden Adresse eingerichtet: 

 SPENDE für die rettung DEs Sevenicher Biotopverbundes 

Jeder Euro hilft. Eine Spendenbescheinigung wird vom BUND ausgestellt, denn alle Spenden können von der Steuer abgesetzt werden. Falls mehr Spenden zusammenkommen, als für diesen Fall benötigt werden, kommt das überschüssige Geld selbstverständlich anderen wichtigen Naturschutzprojekten des BUND Rheinland-Pfalz zugute. Die BUND Landesvorsitzende Sabine Yacoub sagt: „Ich hoffe, dass wir die Politik vor Ort doch noch mit unseren Argumenten überzeugen können, auch hierfür brauchen wir juristische Beratung. Wir müssen uns aber auch für den Fall wappnen, dass uns das nicht gelingt.“ 

Weitere Infos: https://myk.bund-rlp.de/themen-projekte/artenschutz/

Petition: OpenPetition.de/!SaveSevenich

Bürgerinitiative https://www.auenschutz-sevenich-bi.de/ 

Jetzt für die Rettung der Sevenicher Feuchtwiesen & Auen spenden » » »  Spende für die rettung DEs Sevenicher Biotopverbundes 

Die BUND Kreisgruppe Mayen-Koblenz hat über 500 Mitglieder. Wir setzen uns für regionalen Naturschutz, Biotopschutz, Artenschutz, den Schutz von Quellen und Bachläufen ein. Wir vernetzen Menschen und Interessen miteinander. Wir informieren, wir helfen und wir klären auf. Wir helfen auf vielfältige Weise beständig mit, die Bestrebungen der Region Mayen-Koblenz zum umweltfreundlichen Landkreis zu werden weiter voranzubringen. Wir möchten mit unserer Arbeit auch das Bewusstsein in der Bevölkerung stärken, dass wertvolle Lebensräume einen achtsamen Umgang und einen besonderen Schutz verdienen. Artenreiche Gebiete haben eine wichtige Schlüsselrolle für die Rückbesiedlung artenarm gewordener Flächen. Unsere Zukunftsvision ist, mitzuhelfen die Artenvielfalt in das Maifeld zurückzubringen und in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft und den anderen Naturschutzverbänden wieder zu einem Lebensraum zu machen, in dem Menschen, Pflanzen und Tiere sowie die wirtschaftliche Nutzung des fruchtbaren Bodens in einem harmonischen Miteinander Platz finden. Der Gesamtverband des BUND e.V. ist mit über 600.000 Unterstützerinnen und Unterstützern der größte Natur- und Umweltschutzverband Deutschlands.

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Welche Bedeutung hat die UN-Wasserkonferenz für Rheinland-Pfalz?

BUND fordert, wertvolle Naturräume in Randbereichen von Gewässern und Gewässer selbst wesentlich besser zu schützen

31.3.2023 Rheinland-Pfalz / UN Wasser-Konferenz New York, März 2023

Die Vereinten Nationen haben im März 2023 ihre jährliche Konferenz zum Thema Wasser abgehalten, um die globale Wasserkrise und ihre Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesellschaft zu diskutieren. Aus Sicht des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Rheinland-Pfalz zeigt die Konferenz, wie wichtig der Schutz der Gewässer sowohl auf internationaler als auch auf lokaler Ebene ist. In Rheinland-Pfalz hat der Schutz von wasserreichen Lebensräumen eine besondere Bedeutung, da das Bundesland reich an Flüssen und Seen ist, die einen hohen Stellenwert für die Umwelt und die Menschen haben. “Rheinland-Pfalz muss seinen Umgang mit der Ressource Wasser und mit den dazugehörigen Naturräumen stark verbessern“, sagt der BUND-Pressesprecher Gavin Grosvenor und ergänzt: „Wasserverschmutzung, Wasserknappheit, Überflutungen, Überhitzung, Dürre, Erosion, Artensterben, Hunger und enorme Bevölkerungswanderungen sind nur einige der vielen Aspekte, die wir für Menschenschutz, Artenschutz und Klimaschutz berücksichtigen müssen.“ Die Herausforderungen sind immens und sie bedürfen eines kollektiven, nachhaltigen Handelns auf allen Ebenen unserer Gesellschaft. Der BUND Rheinland-Pfalz fordert die lokalen Behörden auf, sich deutlicher auf Veränderungen im Wasserhaushalt vorzubereiten und die Ressource Wasser besser vor Versiegelungen, Verschmutzungen und giftigen Einträgen zu schützen.

Sabine Yacoub, BUND-Landesvorsitzende, sagt: “Die tägliche Flächenversiegelung in Rheinland-Pfalz ist in den letzten Jahren immens gestiegen von 0,9 Hektar pro Tag im Jahr 2014 auf 8,9 Hektar 2021. Das ist vor dem Hintergrund des Klimawandels sehr problematisch, sowohl was die zunehmenden Dürren als auch die zunehmenden Starkregenereignisse betrifft. Versiegelte Fläche kann weder zur Grundwasserneubildung noch zur Aufnahme von Starkregen beitragen. Die Kommunen müssen die Regel ‚Innen- vor Außenentwicklung‘ endlich ernst nehmen und das Land muss noch verbindlichere Vorgaben über die Landesplanung machen. Um das Oberflächenwasser besser zu schützen, brauchen wir mehr Kläranlagen mit einer vierten Reinigungsstufe, die auch Mikroschadstoffe wie Arzneimittel, Biozide und Pestizide aus dem Wasser filtern. Generell muss der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft deutlich reduziert werden, die Fließgewässer müssen über unbearbeitete Gewässerrandstreifen geschützt werden.“ Weiterhin fordert der BUND einen deutlich sorgsameren Umgang mit Grundwasserentnahmen. So hat beispielsweise die landwirtschaftliche Beregnung in der Pfalz bedenkliche Auswirkungen auf den Grundwasserstand. Hier darf der Anbau nicht mehr so intensiv betrieben werden und die Beregnungsverfahren müssen angepasst werden.

Schlussfolgernd muss die Notwendigkeit zu unverzüglichem Handeln nun auch endlich in jeder einzelnen Gemeinde, in jedem Rat, in jeder lokalen Behörde ankommen. In Rheinland-Pfalz gibt es viele kleine und große Gebiete für deren Erhalt und Renaturierung sich der BUND bereits seit vielen Jahren einsetzt. Leider blockiert vielerorts die sogenannte ‘kommunale Planungshoheit‘ der Gemeinden gesetzlich angestrebte Verbesserungen. Das schmerzt die Umweltschützer*innen besonders, denn die ehrenamtliche Arbeit zum Wohle von Mensch und Natur wird dadurch immer wieder ausgebremst und zurückgeworfen. Ein Negativbeispiel dafür ist das Bauvorhaben der Gemeinde Münstermaifeld auf den artenreichen Sevenicher Feuchtwiesen & Auen http://OpenPetition.de/!SaveSevenich. Oft machen marktwirtschaftliche Interessen von gewinnorientierten Investoren und Lobbyvertretern dem Schutz und Erhalt von Lebensräumen, die Wasser für Mensch und Tier vorhalten, einen fatalen Strich durch die Rechnung. Bauprojekte, neue Straßen, weitere Flächenversiegelungen und die intensive Landwirtschaft mit ihren starken Pestiziden sind einige der großen Gefahren, deren Folgen wir Jahrzehntelang lang ausbaden müssen. Nur durch das gemeinsame kollektive Engagement zum Schutz Wasser führender Lebensräume können wir eine nachhaltige und gesunde Zukunft für uns und kommende Generationen gewährleisten.

Hintergrund-Informationen: Bundesumweltministerin Steffi Lemke forderte bei der New Yorker Wasserkonferenz einen UN-Sondergesandten für das Thema Wasser einzusetzen. Sie erklärt: „Das Wasser ist der Kern der drei Haupt-Umweltkrisen: Klimawandel, Artensterben und Umweltverschmutzung". Das UN-Nachhaltigkeitsziel zum Umgang mit Wasser bedeutet für uns lokal, dass wir jeden kleinen Lebensraum, jede Zelle, auf allen Ebenen für das große Ganze brauchen. Das Ziel, wertvollen Naturraum, wie z.B. Feuchtwiesen und die Randbereiche von Gewässern zu bewahren und sogar zu erweitern, hat sich nun auch die Nationale Wasserstrategie zur Aufgabe gemacht. Bei der sogenannten Schwammstadt geht es darum, auch in besiedelten Bereichen Wasserspeicher zu schaffen. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) bestätigt: „Durch die Auswirkungen des Klimawandels, Bevölkerungswachstum und dadurch steigenden Wasserbedarf wird die nachhaltige Bewirtschaftung von Wasserressourcen immer wichtiger. Der Zugang zu sauberem Trinkwasser und Sanitärversorgung, sowie auch das Recht auf eine saubere Umwelt sind Menschenrechte, deren Umsetzung Zusammenarbeit auf allen Ebenen erfordert.“ Das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz des BMUV stellt für Deutschland gerade sehr viel Geld bereit, um klimabezogene Maßnahmen in der Wasserwirtschaft, dem Hochwasser- & Gewässerschutz, sowie für wassersensible Städte auf den Weg zu bringen.

Filmtipp: Komm mit in die Welt der Sevenicher Auenlandschaft. Dieses wertvolle Naturhabitat ist Rückzugsort für über 100 geschützte Arten. Inmitten dieser Feuchtwiesen plant nun ein einzelner Landbesitzer ein Baugebiet. Der Erhalt des Sevenicher Tals bei Münstermaifeld mit seinen Feuchtwiesen & Auen in einem Landschaftsschutzgebiet geht uns alle an. Uns Bürger und auch die Menschen, die diese Region im Urlaub besuchen, sich an der Natur erfreuen und sich erholen möchten. Feuchtgebiete sind sehr effektive Wasserspeicher die helfen, Überschwemmungen und Flutkatastrophen zu verhindern. Sie können pro Hektar über 3 Millionen Liter Flutwasser aufnehmen. Deshalb sind sie lebenswichtig für Mensch & Tier. Ohne diese Retentionsflächen sind bei Starkregenereignissen, wie es sie mit großer Wahrscheinlichkeit zukünftig häufiger geben wird, die tiefer liegenden Regionen an der Mosel in höchstem Maße bedroht. Es geht bei der Rettung dieses Biotopverbundes um Klimaschutz, Artenschutz und Hochwasserschutz.

 

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Welttag der Feuchtgebiete

1.2.2022
Am 2. Februar ist der Welttag der Feuchtgebiete (World Wetlands Day). Ein wichtiger Tag, den die UNESCO schon im Jahr 1997 initiiert hat, um die Aufmerksamkeit jährlich auf unsere wertvollsten, komplexesten und artenreichsten Ökosysteme zu lenken, die heute in vielfältiger Weise in ihrer Existenz bedroht sind. Denn ob Moor, Sumpf, Feuchtwiese oder Aue, die Feuchtgebiete zählen zu den artenreichsten Lebensräumen überhaupt und sie leisten darüber hinaus einen enorm wichtigen Beitrag für den Klimaschutz. Feuchtgebiete und Moore können mehr CO2 binden als alle anderen terrestrischen Ökosysteme auf unserem Planeten. Sie können bis zu 30% des Kohlenstoffes binden. Damit leisten sie einen sehr wertvollen Beitrag gegen den anthropogenen Treibhausgaseffekt. Feuchtgebiete sind sehr effektive Wasserspeicher die helfen, Überschwemmungen und Flutkatastrophen zu verhindern. Sie können pro Hektar bis zu 3.8 Millionen Liter Flutwasser aufnehmen, schreibt die Liechtensteinische Gesellschaft für Umweltschutz. https://lgu.li/artikel/untrennbar-verbunden-wasser-feuchtgebiete-und-leben . Feuchtgebiete filtern Wasser auf natürliche Weise von Verunreinigungen und sorgen so für sicheres Trinkwasser. Die natürliche Speicherfähigkeit der Feuchtgebiete hält wichtiges Wasser wie ein Puffersystem für das lokale Klima bereit. Der WWF beziffert, dass Feuchtgebiete ca. 40 % aller Arten weltweit beherbergen. "Die Fläche an Feuchtgebieten ist seit 1900 weltweit um 70 Prozent zurückgegangen. Parallel dazu sanken laut einer WWF-Studie die überwachten Bestände von Süßwasserarten um durchschnittlich 84 Prozent. Grund sind unter anderem menschliche Einwirkungen wie die Trockenlegung von Mooren und Begradigungen von Flüssen." WWF-Süßwasserexpertin Theresa Schiller kommentiert: „ Intakte Feuchtgebiete sind existenziell für Mensch, Natur und Klimaschutz. Sie versorgen uns mit sauberem Wasser, sind wichtiger Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten und ein wichtiger Kohlenstoffspeicher. Kürzlich haben die Vereinten Nationen die Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen ausgerufen. Das muss die Bundesregierung zum Anlass nehmen, sich verstärkt für die Renaturierung zerstörter Feuchtgebiete einzusetzen – national wie international.“ Auch Mayen-Koblenz hat wichtige Feuchtgebiete deren Existenz bedroht sind. Als ein Beispiel von vielen setzt der BUND sich derzeit besonders für die Sevenicher Feuchtwiesen und Auen ein https://myk.bund-rlp.de/themen-projekte/artenschutz/ und versucht sie durch Ausweisung eines Schutzgebiets für zukünftige Generationen zu bewahren. Wenn man sich intensiv mit dem Ökosystem Feuchtgebiete beschäftigt, dann verwundert es nicht, dass auf den Sevenicher Auen über 100 geschützte Arten nachgewiesen werden konnten. Im Jahr 2020 wurden diese Artenrecherchen deshalb bereits als Projekt 'UN-Dekade Biologische Vielfalt' ausgezeichnet. https://myk.bund-rlp.de/auszeichnung/  Die Obere Naturschutzbehörde - SGD Nord- bezeichnet ihr Handeln in ihrem Newsletter vom 19.11.2021 als Steuerfunktion gegen die Naturbedrohung durch Bebauung von Flächen: “Unsere Natur ist bedroht. Sei es nun durch die Bebauung von Flächen, die sich verändernde landwirtschaftliche Nutzung, die Umweltverschmutzung oder den vom Menschen verursachten Klimawandel. Viele Tier- und Pflanzenarten finden keine geeigneten Lebensräume mehr und drohen, bei uns auszusterben. Umso wichtiger ist es, dieser Entwicklung entgegenzusteuern. Der SGD Nord fällt in dieser Hinsicht als Oberer Naturschutzbehörde eine wichtige Rolle zu – auch in der Stadt Koblenz und im Landkreis Mayen-Koblenz.“  „Wir müssen unsere Natur unbedingt schützen, nicht nur, um heimische Tier- und Pflanzenarten vor dem Aussterben zu bewahren, sondern auch, um künftigen Generationen ein Leben in einer lebenswerten Umwelt zu ermöglichen“, sagt SGD-Nord-Präsident Wolfgang Treis. „Die SGD Nord hat einen großen Anteil daran, dass wichtige Naturschutzprojekte umgesetzt werden können, indem sie diese fachlich begleitet und dafür sorgt, dass sie vom Land auch finanziell unterstützt werden.“' Der Kreis MYK ist seit 3 Jahren Mitglied des Bündnisses 'Kommunen für biologische Vielfalt'. Dieses Bündnis 'stärkt die Bedeutung von Natur im unmittelbaren Lebensumfeld des Menschen und rückt den Schutz der Biodiversität in den Blickpunkt'* (kommbio.de). Mit dem Beitritt zu diesem Bündnis trägt der Kreis MYK nun beispielhaft eine hohe Verantwortung die noch verbliebenen hochwertigen Naturräume für Menschen, Tiere und Pflanzen zu bewahren. In diesem Sinne arbeiten wir vom BUND Mayen-Koblenz zusammen mit dem Landesverband des BUND daran, dass es gelingt die Sevenicher Feuchtwiesen & Auen https://myk.bund-rlp.de/themen-projekte/ unter Schutz zu stellen, um einen wichtigen lokalen Beitrag für den Natur- & Artenschutz sowie für den Klimaschutz und den Schutz unseres Wassers zu leisten.

BUND RLP beantragt Naturschutzgebiet für Sevenich (Mayen-Koblenz)

  • Weltweit sind bereits 85% aller Feuchtgebiete zerstört.
  • Feuchtgebiete sind unsere artenreichsten Refugien für Fauna & Flora.
  • Selbst kleinteilige Lebensräume fungieren als wichtige Trittsteinbiotope um andere verarmte Gebiete wieder zu besiedeln.
  • Auf den Sevenicher Feuchtwiesen & Auen leben über 100 geschützte Tiere und Pflanzen. Die BUND Artenrecherchen wurden als Projekt 'UN-Dekade Biologische Vielfalt' ausgezeichnet https://myk.bund-rlp.de/auszeichnung/ .
  • Gerade im Bezug zum Klimawandel ist es wichtig, das Wasser in der Landschaft zu halten. Der Wasserhaushalt wird dadurch positiv beeinflusst und Schäden durch Trockenzeiten entgegen gewirkt. Deshalb sind alle wasserführenden Bereiche zu schützen!
  • Deutschland hat zu wenig Naturschutzgebiete ausgewiesen. Auch im Bereich der Ausweisung von FFH Schutzgebieten kommt Deutschland zu langsam voran. Die EU hat deshalb 2021 Klage gegen Deutschland eingereicht https://www.tagesschau.de/ausland/eugh-naturschutz-klage-deutschland-101.html.

Wildvogelpflegestation Kirchwald e.V. benötigt dringend Unterstützung

Habicht Accipiter gentilis 24.7.2020 Foto: Gavin Grosvenor

25.5.2021
Liebe Freunde unserer kostbaren Fauna & Flora,
eine wichtige Institution unseres Landkreises Mayen-Koblenz ist in Not. Die Wildvogelpflegestation Kirchwald e.V. benötigt dringend Unterstützung. Seit nunmehr drei Jahrzehnten besteht die Wildvogel-Pflegestation Kirchwald als Verein und die dazugehörige Station am Ortsrand Kirchwalds als Auffangstation für verletzte, verwaiste oder sonst in Not geratene Wildvögel und Igel. Seit ihrer Gründung ist die Wildvogelpflegestation zu einer der größten Deutschlands herangewachsen. Im Jahr 2021 umfasst sie über 40 Volieren, hunderte Krankenboxen und speziell eingerichtete Räumlichkeiten zur Versorgung und Pflege der Tiere. Eine Aufgabe, die von einem Team aus ca. 20 haupt- und ehrenamtlichen, hochmotovierten Menschen 365 Tage im Jahr ausgeführt wird. Im Jahr 2012, und im November 2020 verstarben leider zwei der wichtigsten Menschen, die diese Station geführt und tierärztlich betreut haben, Frau Helga Steffens und Frau Dr. Baronetzky-Mercier. 

Als Kernsponsoren stehen einige größere Tierschutzorganisationen und Vereine, sowie die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord des Landes Rheinland-Pfalz hinter der Station. Darüber hinaus ist die Finanzierung durch die Mitglieder des Vereins Wildvogel-Pflegestation e.V. und auch auf Spenden aus der Öffentlichkeit angewiesen, damit sie arbeiten und Tierleben retten kann. Allein im Jahr 2020 wurden knapp 4000 Vögel und 400 Igel tierärztlich versorgt. Eine Arbeit die sehr viele Wildtiere rettet und einen sehr wichtigen Beitrag für den Artenschutz in unserem Landkreis leistet. Mit einer Wiederauswilderungsrate von 60 – 70% ist die Pflegestation sehr erfolgreich und nach unserer Auffassung geradezu vorbildlich. Aber die Kassen sind absolut leer und die Aufnahmekapazität und der Fortbestand der Wildvogelpflegestation sind nun stark gefährdet. Daher bitten wir alle natur- und artenschutzinteressierten Bürger und Institutionen um finanzielle und ehrenamtliche Unterstützung Wildvogelpflegestation. Es werden Ehrenamtler gesucht die bei den unterschiedlichsten Aufgaben der Station mithelfen möchten. Bitte setzen Sie sich mit der Station in Verbindung wenn Sie helfen möchten. Jeder Beitrag ist willkommen. Anbei der Link zur Website: https://www.wpskirchwald.de

Mit besorgten Grüßen und der Hoffnung, dass diese Tierrettungsstation weiter existieren kann: 
Dipl.-Ing. Gavin Grosvenor
Stellvertretender Vorsitzender  
BUND RLP Kreisgruppe Mayen-Koblenz

 

Mai 2021: Ringelnattern in Mayen-Koblenz aus der Winterruhe erwacht

Die Barrenringelnatter Natrix helvetica auf den Sevenicher Feuchtwiesen am 12.5.2021. Rote Liste gefährdeter Arten 3 RLP, lokal stark gefährdet, Video: Gavin Grosvenor BUND MYK. 
Die ungiftigen Ringelnattern sind anmutige Schwimmer, wunderschön, für den Menschen völlig ungefährlich und sie beißen nicht! Die Weibchen können bis zu 25 Jahre alt und 160 cm lang werden. Ringelnattern sind durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt und dürfen weder verfolgt noch gefangen werden. Leider wird uns immer wieder berichtet, dass es Menschen gibt die diese harmlosen Tiere totschlagen. Ihre Lebensräume werden zunehmen kleiner. Das Bundesamt für Naturschutz bezeichnet sie als typische Arten großflächiger Feuchtgebiete, die durch  den Landschaftswandel und die Intensivierung der Landwirtschaft gefährdet sind. Langfristig haben besonders folgende Faktoren zu ihrem Rückgang geführt
• Gewässerverlust und Flurbereinigung
• Melioration ( kulturtechnische Maßnahmen zur Ertragsteigerung)
• Gewässerausbau
• Nutzung von Gewässern für Wassersport und Erholung
• Flächeninanspruchnahme durch Siedlungen und Verkehr
• Zerschneidung der Landschaft durch Straßenbau

Schutzmaßnahmen müssen laut BFN auf die Erhaltung und Wiederherstellung großflächiger, extensiv genutzter, strukturreicher Feuchtgebiete abzielen. Linearen Gewässerstrukturen als Vernetzungslinien kommt dabei eine große Bedeutung zu. Als vernetzende Strukturen im Landbereich sind Wegsäume, lineare Hochstaudenfluren oder ehemalige Bahndämme zu fördern und zu erhalten. Positiv haben sich die Beruhigung
von Gewässerufern und die Neuanlage von Kleingewässern ausgewirkt. Die letztgenannten Maßnahmen kommen besonders den Amphibien als Nahrungsgrundlage der Ringelnattern zugute.

Olaf Bandt, Bundesvorsitzender des BUND aus Berlin, zu Besuch in MYK

8.2.2020
Der Bundesvorsitzende des BUND Olaf Bandt aus Berlin besuchte zusammen mit unserer BUND Kreisgruppe die Generalversammlung des Bauernverbandes Mayen-Koblenz. Wir konnten eine hochspannende Diskussion mit vielen Vertretern der Landwirtschaft und sehr kontroversen Meinungen verfolgen. In Statements aus dem Saal wurde an die Podiumsredner Meike Schulz -Broers (LSV), Olaf Bandt (BUND), Mechthild Heil (CDU) und Gerd Ostermann (NABU), u.a. recht emotional, die Meinung herangetragen die Naturschutzverbände würden 'die Landwirte vor sich hertreiben', 'die Bevölkerung gegen sie aufwiegeln', und 'in den Medien gezielt schlecht machen'. Olaf Bandt entgegnete darauf, sachlich und freundlich sinngemäß, dass 'die Landwirte es jahrzehntelang verstanden haben, wichtige Veränderungen mit ihrer starken Lobbyarbeit zu blockieren und den lange bekannten, wissenschaftlich viel belegten Problemen immer wieder auszuweichen, anstatt veränderte Wirtschaftsweisen anzugehen'. Er sagte auch, dass wir keine Zeit mehr zu verlieren haben. Einige der anwesenden Landwirte versuchten mehrfach zu argumentieren, die überhöhten Nitratwerte lägen nur an flächendeckend falschen Messstellen, konnten diese Behauptung allerdings durch nichts belegen. Olaf Bandt entgegnete "man könne natürlich weitere Jahrzehnte damit vergeuden die Probleme von sich zu weisen, aber dadurch werden sie nicht gelöst, sondern nur noch schlimmer ". Er betonte immer wieder die Gesprächs- und Kooperationsbereitschaft des BUND, dass man helfen will die bäuerliche Landwirtschaft zu retten und dass man sich für faire Preise bei nachhaltig und ökologisch sinnvoll produzierten Lebensmitteln einsetzt. Auf Twitter schrieb er danach: "Nur Lösungen für Höfe & Naturschutz schaffen Wertschätzung für Landwirtschaft". 

Auf den folgenden Seiten wird nur die Meinung der BUND Kreisgruppe Mayen-Koblenz wiedergegeben.